Anschauungsmaterial W123

Da gibt es tatsächlich jemanden im Netz, der Mercedes Prospekte aller Baureihen sammelt. Er heisst Gerrit den Holländer und hat eine eigene Webseite, auf der diese bereitgestellt werden, das nenn ich mal Service 🙂

Hinten links

Wie das so ist mit alten Dingen, irgendwann nagt dann doch der Zahn der Zeit. Ich hatte schon in 2001 Rost am Radlauf hinten links erkannt und instandsetzen lassen, jedoch den Pfusch nicht gleich reklamiert -> Die Ausgangslage im Jahre 2016:

Man erkennt die Fehlfarbe braun, und das der Lack bröselt und . Weiterhin das da einfach lieblos ins Blech geschnitten wurde. Zum Vergleich die rechte Seite, wie das im Original aussieht:

 

Also los zu Autoservice Marien, denn der kann das und runter mit dem Zeug.

Kommen se’ rein, können’se rausschauen …

Entrosten und begradigen:

Neues Blech rein, Radlauf nachbilden und vorbereiten zum Lackieren:

Nach dem Lackieren:

Und nach dem der kleine Rostansatz an der die A-Säule entfernt wurde, erstrahlt dieser auch in neuem Glanz:

 

Ausflug in die Prignitz

Aufgrund der heißen Temperaturen ging der Ausflug heute morgen bereits um 7 zum Autoservice Marien in die Prignitz. (Die Infos dazu folgen in den nächsten Tagen). Denn das Rotkäppchen hat keine Klimaanlage und das Armaturenbrett soll keine Risse bekommen, außerdem war da was mit dem frühen Vogel und dem Wurm.

Nun erfreut man sich am Spiegel im Lack 🙂

Oldtimershow Paaren/Glien

Nach liebevoller Vorbereitung durch den Herrenfahrer erfolgte heute die erste Ausfahrt zur Oldtimershow in Paaren/Glien (westlicher Berliner Ring bei Brieselang). Die Hin- und Rückfahrt erfolgte bei heiter- bis wolkigem Wetter entlang der B273 in gemütlichem Cruisetempo. Soweit zu den guten Nachrichten 🙂

Im Vergleich zum zu sehenden Fahrzeugangebot war das Rotkäppchen, obgleich kein besonderes Fahrzeug meines Erachtens beachtenswert, was auf den Fotos nicht so deutlich hervorkommt. Im Detail zeigen sich ungepflegte Innenräume, vergammelte Gummidichtungen und lieblos gepflegte Motorräume. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wieviel (mit Verlaub!) Kernschrott hier zu sehen war, man fragte sich bei manchen Fahrzeugen, was die dort zu suchen haben.

 

Waschen & Legen

Details der Aufbereitung

Liebevolles Einschäumen in der Abendsonne mit der Foam Gun, gefolgt von der 2-Eimer Wäsche. Anschließend den Lack mit Reinigungsknete kneten.

Allgemeinzustand sah so aus:

Auf dem Kofferaumdeckel ein Testspot abgeklebt und abging die Post:

Begutachtet und es ging weiter: Es kam ein anderer Farbton hervor

So sieht es dann nach 2 Durchgängen Menzerna Heavy Cut 300 und hartes Pad, 2 Durchgänge Heavy Cut 400 und mittleres Pad auf der Rotationsmaschine aus.  Antihologrammpolitur mit weichen Pad auf der Exzentermaschine. Hier findet sich die Produkübersicht der Menzerna Polituren.

Hier ein 50/50 Vergleich von der Seite:

Da stellt sich die Frage, wer mehr glänzt: Roller oder Rotkäppchen?

Das Finish wurde Meguiars Gold Class Carnauba Plus Premium Liquid Wax durchgeführt:

Gesamtdauer der Aufbereitung: Alles in allem ca. 22 Std.

Als Abschluss kam noch ein bisschen Plastikpflege und Reifenpflege. Gepäckabteil und Maschinenraum sind gepflegt, sowie das Fahrgastabteil.

Fazit: Er hat seine Gebrauchsspuren, kombiniert mit einem üblen Tiefenglanz.

Killer Chrome Polish

Da gibt es ja nun am 123er reichlich Chrom, das man polieren kann. Neben dem altbekannten Rot-Weiss (150ml) gibt es auch Killer Chrome Polish (237ml), was mit rund 20€ inkl. Versand rund 35% teurer ist (sofern die Ergiebigkeit die Gleiche ist).

Hier die Behandlung des Kennzeichenschildes (Kennzeichenblende) aus verchromten Edelstahl, ganz anständig.

 

 

Noch besser ist der Spiegeleffekt auf Chrom:

 

Innere Reinigung

Nach dem Winterschlaf erste moderate Ausfahrt, dann geht es an den Innenraum. Dazu wurden für die Kunststoff- und MB-Tex Materialien der InnerCLEAN Detailer von den Chemical Guys verwendet, die Polster wurden mit ValetPRO Classic All Purpose Cleaner behandelt und von Flecken gereinigt.Gummidichtungen wurden eingeschmiert. Neue passgenaue Velours-Fussmatten gab es von onlinefussmatten.de

 

Winterschlaf

Kurz vor dem Winterschlaf konnte die lange Suche nach einer Garage erfolgreich beendet werden. Schnell noch waschen und Getränke holen, Alltagstaglich 🙂

Instandhaltungspaket

Nach dem die erste Ausfahrt im September 2015 geglückt war, ging es nun an die Instandhaltung der Karrosserie und die Spülung des Automatikgetriebes.

Die Instandsetzung erfolgte mit zeitgenössischen Reparaturmethoden durch eingepasste, verzinnte Bleche.

Vordere Kotflügelspitzen

Und lackiert:

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Untere Zierleiste vorderer Kotflügel

Radlauf hinten

Unterbodenkonservierung

Der Unterbodern wurde gereinigt und dann mit Lanolinwachs behandelt. Da in der 80ziger Jahren schon einmal ein schwarzer Unterbodenschutz aufgetragen wurde, wurde dieser erneuert. Dieser ist eigentlich ein NoGo, da er immer den Verdacht nährt, hier würde etwas überdeckt, aber durch die Dokumentation ist dies vertretbar.

Spülung des Automatikgetriebes

Nach 33 Jahren bietet sich eine Spülung des Automatikgetriebes an, weniger weil das Getriebe ruckte, sondern weil ein Wechsel drängt.

Lackieren der Schweller

Die Schweller sind werksseitig in schwarz lackiert, die Lackierung wurde erneuert.

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Zwischenergebnis

Ohne Lackaufbereitung schon mal ein sehr fahrbahrer und toller Zwischenstand vor dem Winterschlaf.

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Wiederbelebung

Im Juni 2015 besuchte ich den Mercedes in der Scheune in der Putlitz. Ich stellte fest, dass  Flüssigkeit unter dem Fahrzeug austrat.

Darüber hinaus nahm so langsam der Kantenrost durch die Luftfeuchtigkeit zu: Die 123er typischen Roststellen an den vorderen Kotflügeln, sowie Probleme am hinteren Radlauf und Zierleiste am vorderen Kotflügel.

Erkenntnis: Hier ist nun Handlungsbedarf bzw. eine Entscheidung muss her. Entweder machen oder verkaufen. Bei einem Marktwert in diesem Zustand von etwa 2000€ keine leichte Entscheidung. Also blenden wir mal das Kaufmännische aus und beginnen mit der Reinkarnation.

Glücklicher- und zufälligerweise gibt es in Putlitz den Autoservice Marien, der in der Lage war und ist, genau so ein Fahrzeug wieder zu reaktivieren. Dazu habe ich mit Frank Marien zwei Pakete geschnürt. Ein Starterpaket und ein Instandhaltungspaket.

Mit dem Starterpaket wollte ich erstmal feststellen, ob hier nach der langen Standzeit überhaupt etwas funktioniert:

  • Fahrbereitschaft herstellen und Abschleppen aus Scheune (Bremsen war alle fest!)
  • Austausch sämtlicher Flüssigkeiten und Filter, neue Bremsen und Bremsschläuche, Batterie, Reifen
  • Behutsames Reaktivieren des Motors

Nach manuellem Andrehen des Motors und Drehen des Schlüssels sprang dieser nach drei Umdrehungen sofort an! Na gut, dann also H-Gutachten und TÜV, problemlos bestanden, Zulassung und erste Ausfahrt. Spannung!

Der Wagen war etwas zäh, was auch kein Wunder war, aber man merkte nicht, dass das Auto 12 Jahre gestanden hatte.