Grillen mit wagen124 am 30.09.2017

Ein grandioser, warmer Tag im Altweibersommer, schöne Fahrzeuge, ein Grill, was will Mann oder Frau mehr? Wir  möchten Tim ganz herzlich für die Organisation danken, das war Klasse!

Bilder von Oliver Zambrella und mir, weitere auch auf wagen124.com.

Gastbeitrag: Frau Steiner

Gastbeitrag von Manuel Thiel (Instagram: mbeltham)

Wir sind etwas aufgeregt, so öffentlich waren Mensch und Maschine bisher nicht. Sieht man von einem kleinen Instagram Account ab. Der Wagen und ich sind zwei bescheidene Schwaben. Der Besitzer ist kaum eine Mopf Version älter als der mobile Begleiter selbst. Um diesen Kauf etwas besser zu verstehen, zuvor eine kurze Vorgeschichte zum Prozess. Der vorherige Daily Driver war ein blauschwarzes E220 Coupe – der Besitzer hat ihn sehr geliebt. Statt ihn wegzustellen (der C124 hieß Sir John), hat er ihn jedoch schweren Herzens weiterverkauft. Wozu abstellen – wäre er doch dem Verfall vollends zum Opfer geworden. Sein hübsches Exterieur entsprach leider nicht dem schwerwiegenderen Befall der Unterhaut. Bei allem Idealismus sollte diesen Wagen dann eben noch ein 9. Besitzer hoffentlich genauso würdigen. Beim Abschied flossen zum ersten Mal Tränen aufgrund eines Blechfreundes. Dennoch gab es auch vorsichtige Glücksgefühle Richtung Traumauto welches sich bereits in der Verkaufsphase des aktuellen Untersatzes ankündigte.

Ein perlmuttgraues 300er Mopf1 124er-Coupe mit vulgärer roter Lederausstattung und einem Feuerwerk für SA-Fetischisten. Der Blauschwarze hatte sich überraschend schnell verkauft, im Gegenzug zog sich der Kauf des vermeintlichen Traumautos hin. Die Skepsis wurde größer. Der Verkäufer des Porno-Coupes, wie es schon einige Bekannte nannten, wollte das Fahrzeug nur im einwandfreien Zustand abgeben,nach Ankündigung ernsthafter Kaufabsicht folgte ein erheblicher Defekt der Klimaanlage. Um es kurz und schmerzlos zu machen, nach fast 3 Monaten geduldiger Warterei und autoloser Zeit zerstörte der letzte Anruf des Verkäufers den Traum vom fast perfekten W124 Coupe. Der dem Vernehmen nach lebenserfahrene, arrivierte Verkäufer entschied sich nach einer nicht enden wollenden Odysee gegen den Verkauf seines Heilig Blechle. Sehr stilvoll. Den folgenden Unmut, um es milde auszudrücken, kann sich ein jeder Autoliebhaber ausmalen.

Es formulierte sich langsam wieder der Grundgedanke, die ursprüngliche Intention, den neuen alten Alltagswagen betreffend. Selbstverständlich sollte es wieder ein W124 werden, bestenfalls ein 220er. Abgesehen von der Motorkabelbaum- UND Zylinderkopfdichtungslektion dank Sir John (bisher hatte man eben Glück) schien diese Wahl doch am wirtschaftlichsten, schwäbisch gesehen. Es sollte eine Limousine werden, waren doch bis auf selbige und das Cabrio alle restlichen Varianten schon einmal garagentechnisch vertreten. Schnörkellos sollte sie sein, trotzdem ein Mindestmaß an Ausstattung – Airbag und zwei elektrische Fensterheber. Was braucht es mehr. Das Objekt durfte gebraucht sein, obgleich noch so ansehnlich, dass man sich nicht gänzlich schämen müsste. Die emotionale Bindung bliebe, bedingt durch die W124-esque Mittelmäßigkeit also homöopathisch. Hagelwetter, sonstige autophil behaftete Ängste sollten ausbleiben, davon wollte man diesmal schlichtweg befreit bleiben.

In alter Alf-Cremers-Manier konnte sich demnach garantiert schnell irgendwo ein unvernünftiger Schnapper finden lassen, der man(n) für ein bis zwei Jahre von A nach B brächte, nicht mehr und nicht weniger. Dank stetiger Plan-B Rücklagen auf einschlägigen Gebrauchtwagenbörsen fand sich sogleich ein avisiertes Exemplar. Eine bornitfarbene Mopf2 Limousine mit einer Austtattung, die der des Traumcoupes SA-technisch noch um ein paar Kreuzchen überlegen war. Unfassbar. Der ungeliebte Farbton nivelliert die zu verhindernde potentielle Bindung durch die opulente Austtattung, also alles okay. Gleichermaßen unfassbar war die Begutachtung des Objektes, war jenes doch wieder ein Paradebeispiel an erschütterndem Live-Ist-Zustand im Vergleich zum medialen Auftritt. Ein so schlechtes Exemplar war dennoch ein Novum. Diese neuerliche Enttäuschung provozierte auf der Heimfahrt die Erinnerung an eine weitere Mopf2 Limousine, die bereits beim Erstkontakt anhand der Bilder ad acta gelegt wurde, aber auf dem Weg lag. Schlimmer konnte es ja nun nicht mehr werden.

Freudensprünge löste sie nicht aus, aber auf einem kleinen Dorf wohnend musste dringend ein automobiler Notuntersatz her. Das Wetter war perfekt, die laue Abendsonne gepaart mit der ewig optimistischen Ader sah zusammen mit den Schafen,die zur Linken standen und somit dem Glück entgegenwinkten, Licht am Horizont. Die Limousine stand hinter dem Haus, als ob man es bereits aufgegeben hatte, den Wagen an den Mann zu bekommen. Falsche Inseratsangaben rächen sich, wer möchte schon ein Schaltgetriebe. Allerdings war es nur ein E200, Muttern zufolge sollte man PS-technisch nicht absteigen. Egal. Gezeichnet mit den Spuren zweier Vorbesitzer deutlich fortgeschrittenen Alters, stand der E200 da – mit einem Stolz und einer Grazie, dass einem ganz ehrfürchtig wurde. Bizarr.

 

Meine Begleitung (die Mama – Probefahrten wurden zur Mutter-Kind quality time) und ich sahen uns an, grinsten und nickten. Nach unzähligen Probefahrt-Touren mussten diese Dinge nicht mehr verbalisiert werden. Wenn Objekte eine Seele haben konnten, dieses Auto hatte definitiv eine. Mit Händen und Füßen hat man es dann zusammen mit dem unglaublich freundlichen, aber der deutschen Sprache nicht mächtigen Aushilfsverkäufer zu Montage der roten Nummer geschafft. Man hatte freilich keine großen Erwartungen, aber die Probefahrt verlief überaschend problem- und geräuschlos. Er fühlte sich wertiger an, als Preis und optischer Zustand vermuten ließ. Man fühlt es einfach. Nach einer herrlich unromantischen, abgeklärten Begutachtung, ohne vollständige W124-Vorsichts-Klaviatur stand er nun garnicht mal so schlecht da. TÜV noch über ein Jahr, gute Reifen…bremst, fährt, lenkt. So wurde aus dieser Nicht-Kauf-Ambition ein überraschender Notfall Hit, der zwar noch eine Nacht überschlafen werden wollte aber zugegebenermaßen schon vorher besiegelt war. Nettigkeiten wie Tempomat, ein drittes Bremslicht, Sportlederlenkrad mit passendem Wählhebel und die heiß geliebten glanzgedrehten Felgen taten in Eintracht mit der intensiven Strahlkraft des Autos ihr übriges. Dieser Mercedes wollte unbedingt zu mir, wir haben es letztendlich alle gespürt. Ich hörte sie schon, die Unkenrufe meiner Mitmenschen. Rentnerbeige (Rauchsilber), eine Limousine, “Wie alt bist du?”, Spießer! Gegen derartige Ausfälle ist man mittlerweile gottseidank immun, nicht jeder versteht ein altes Auto. Man wird reifer und frecher, die Preisverhandlungen waren für den Verkäufer erniedrigend. Man war nun auch einmal am Zug. Im Endeffekt jedoch von Erfolg gekrönt. Der Händler wollte ihn loswerden, man entwickelt ein Gespür dafür.

Nach einer notwendigen Säuberung des Innenraums – man hatte noch nie zuvor ein so schmutziges Automobil gekauft – strahlte dieser Wagen erfreulicherweise eine ungeahnte Frische aus. Auch die ersten Kilometer im nun neuen, alten Alltagswagen brachten erfreuliche Erkenntnisse mit sich. Ja, man hatte einen W124 mit mehr optischer Patina als gewünscht für ein Handgeld gekauft – vieles spräche dabei für fortgeschrittenen Dachschaden, so etwas machte man doch nicht. Aber das ganzheitliche Fahrgefühl, ein straffes Fahrwerk, Lenkungsspiel, selbst der Blinkerhebel, die Fensterheber, alles forderte Nachdruck und zeugte von einer Jungfräulichkeit die bisher selten erfahren wurde und bot eben jenes Gefühl von Faszination und Solidität, für das der Daimler steht. Warum wir Mercedes kaufen. Welch ein Geschenk.

Was zur Namensfindung zum Neuerwerb führte. Frau Steiner. Älter, vom Leben gebeutelt, aber doch so monumental würdevoll und augenzwinkernd erhaben, wie es nur sein kann. Sie steht vorne etwas höher. Man hatte mit den Großeltern zu viel Steiners Theaterstadl geschaut, so stand nun Frau Gerda Steiner-Paltzer in automobiler Form im Hof. Man nennt das wahrscheinlich Nostalgie. Doch wird auch die Moderne im Youngtimer gern gesehen, die Infrarot-Schließanlage ist angenehmer neuer Komfort. Hoffentlich wird sie niemals ihren Dienst quittieren. Man ahnt es, die Grundidee des Kaufes in emotionaler Hinsicht wurde mit jedem weiteren Kilometer dahingerafft. Nach einer weiteren Station von Bonding zwischen Mensch und Maschine nach Art der Gebrauchtwagen-Profis, wurden die ramponierten Stellen etwas aufgehübscht. Rostbehandlung und Lackauftrag waren eine weitere Premiere für den Neubesitzer, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt und schlimmer konnte es ohnehin nicht werden. Die quintessenzielle Lektion dieser Autobeziehung ist demnach folgende – ungeachtet dem Zustand des Objektes, carlove bleibt carlove, Mercedes bleibt Mercedes und eine spirituelle Bindung entsteht, ob lebendes Objekt oder nicht. Auch wenn diese Worte belächelt werden. Frau Steiner steht also für jene Gefühle gegenüber einem Automobil die kaum in Worte zu fassen sind, aber viele verstehen. Dieser Hauch besagter Nostalgie, das alte Deutschland, das ein 80er Jahre Kind noch ansatzweise nachempfinden kann, aber ebenso beherrscht ein W124 den Spagat hin zum postmodernen Kulturgut. Zum Hipster-Symbol dient dieser Wagen allemal und ist noch lange nicht am Ende seiner ideellen Laufbahn. Vielleicht symbolisiert Frau Steiner den Charakter des Besitzers ganz auf ihre Weise, von menschlicher Imperfektion aber essentiell humaner Grundausttattung.

Die Beziehung geht wünschenswerterweise über die angepeilten 2 Jahre hinaus, Frau Steiner läuft nun schon ein Jahr lang bis auf eine Wasserpumpe problemos und Freude provozierend. Es stehen jedoch große Entscheidungen an. Umfassend investieren oder lediglich erhalten bis zum würdellosen Ende. Der Optimist hat eine schöne Idee. In jedem Fall sind der Besitzer und Fr.Steiner auf Hilfe und einer guten Portion Idealismus angewiesen. Doch sind wir das nicht alle…

Gastbeitrag: Felix W124 220E

Dies ist der erste Beitrag in einer Reihe, in der wir Gastautoren bitten, Ihre Schätze und die dazugehörige Geschichte zu erzählen. Das Fahrzeug hier ist ein W124 220E, also der Baureihennachfolger des Namesgebers dieses Blogs in der gleichen Farbe signalrot (568).

Hier nun also die Geschichte von Felix, erzählt von seiner Besitzerin Jasmin:


Hallo, mein Name ist Felix, ich bin ein Mercedes Benz 220E, Typ 124. Gebaut wurde ich September 1992, im Oktober desselben Jahres kam ich als Dienstwagen nach Berlin (ja, auch in Farbcode 568 signalrot kann man ein Dienstwagen sein). Nach zwei angenehmen Dienstjahren wurde ich 1994 in den Ruhestand nach Frankfurt geschickt und kam von dort aus in liebevolle Rentnerhände… doch das Schicksal hatte noch Großes mit mir vor und deswegen gibt es jetzt erst mal einen Zeitsprung zum 03.05.2013.

Ich stand mir schon seit einem Jahr erst bei Mercedes, später bei einem Kleinstautohändler, die Räder kaputt, der Lack wurde rosa und stumpf, mir taten die Gelenke weh und meine Kehle war staubtrocken. An diesem Tag im Mai kam eine junge Dame zu diesem Autohändler.

Ich stand ziemlich weit hinten, versteckt zwischen all diesen jungen Hüpfern… hu hu, hier bin ich, junge Dame guck doch bitte mal zu mir… schade, ging geradewegs in den Büroconatiner… oooooohhhhh, sie kommt zu mir, hübsch ist sie 😉  und hinter ihr tatsächlich der Händler (ein netter Herr war das, ich kann nicht klagen) und er hat da noch so einen Kasten in der Hand???  und meine Schlüssel. Tatsächlich, die Dame möchte eine Probefahrt mit mir machen, ich freu mich wie verrückt. Der Händler machte meine Motorhaube auf und steckte diesen Kasten an meine Batterie. Ich spürte, wie das Leben durch meine Leitungen floss und ich sprang zufrieden schnurrend an (was keine Selbstverständlichkeit nach einem Jahr war). Ich spuckte und rauchte erst mal sämtlichen Dreck aus dem Motorraum (ja, ich war von Anfang an Feuer und Flamme für die junge Dame), dann durfte ich endlich nach Monaten auf meinen eigenen Schuhen wieder laufen, ich durfte sogar mal kurz auf der Autobahn wieder rennen, ihr glaubt gar nicht wie gut das tat. Nur nicht ausgehen durfte ich, ich war noch etwas schwach mit der alten Batterie. Auf einem Supermarktplatz hielt die junge Dame dann an und bewunderte mich in Ruhe und sie sprach sogar mit mir. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass jemand verstand, dass wir Autos auch Seele und Gefühle haben? Leider war die Fahrt viel zu schnell vorbei und ich wurde sehr traurig, dass ich wieder alleine auf diesem Platz mit diesen jungen Hüpfern war, hoffentlich kommt sie wieder…

Und tatsächlich, schneller als ich zu wagen glaubte, stand sie 3 Tage später wieder in diesem Bürocontainer und es dauerte lange, bis sie wieder rauskam. Aber sie ging nicht einfach weg, sie kam zu mir und streichelte sanft meinen Kotflügel und erzählte mir, dass sie mich gekauft hat, noch ein paar Tage Geduld und dann muss ich nie wieder auf diesen Platz.

Ein paar Tage Geduld später bekam ich eine neue Batterie, einen neuen Kühler und am 15.05.2013 wurde ich angemeldet. Endlich bekam ich einen vollen Bauch, ein paar Tage später frisches Öl, neue Brems- und Kühlflüssigkeit.

Mein neues Frauchen nannte mich die ersten Tage Elli, nach dem Vornamen der Vorbesitzerin. Sie ist eine kluge Frau, denn sie nahm den Fahrzeugbrief in die Hand und fand heraus, wo ich früher wohnte. Sie rief dort an und eines der ersten Sätze, die meine Vorbesitzerin sagte: „Ja, wir hatten mal einen roten Mercedes, er wurde Felix genannt. Ich hatte schon Angst, dass er nach Afrika exportiert wurde. Bitte pflegen sie ihn genauso gut, wie wir es die letzten 18 Jahre taten. Mein Mann hat Felix immer gute Nacht gewünscht oder ihm den Kotflügel gestreichelt“. Bis heute kann ich nur bestätigen, dass meine neue Besitzerin sich diese Worte zu Herzen nimmt, meinen alten Namen beibehielt und auch sie herzt mich oder wünscht mir vom Balkon aus gute Nacht. Mich hat mein erster Eindruck nicht enttäuscht, sie versteht wirklich, dass wir Autos Gefühle haben.

2013 war ein relatives ruhiges Jahr, wir lernten uns näher kennen, mein Lack und meine eklatante Roststelle hinten links wurden von ihr vorsorglich behandelt. Außerdem bekam ich frische Winterreifen spendiert, Hauptsache ich durfte und konnte endlich wieder Kilometer verspeisen (ich war noch ein Teenager mit 153.000 km) und mit den Sommerreifen von 2002, 2005 und 2007 war kein Land zu gewinnen.

2014 kam eine kleine, aber weitreichende Änderung auf uns zu: ich durfte Kumpels kennen lernen. Auf einem sogenannten Alt-Mercedes-Stammtisch (Mercedes Stammtisch Hofheim). Wow, wir waren geflasht, dass es so viele Gleichgesinnte gab. Bis heute sind wir regelmäßig dabei, man tauscht sich aus, lernt neues altes Blech kennen und ich  profitiere sogar davon, denn dadurch kam ich  in gute Hände was Werkstatt und Karosserie angeht (es gibt tatsächlich Leute, die wissen mit unseren alten Autos nichts anzufangen). Viele Freundschaften sind entstanden, Abenteuer und Ausfahrten haben wir gemeinsam erlebt. Auch 2014 war ein relativ ruhiges Jahr, ich bekam neue Traggelenke vorne und eine neue Wasserpumpe, der übliche Service wurde gemacht.

2015 war ich zum ersten Mal schwer krank und musste im Mai zum Karosseriebauer. Der Rost nagte heftig an mir, mein Blechkleid schmerzte mich. Es wurden die neuralgischen Punkte bearbeitet: Wagenheberaufnahmen, Türen und mein Seitenteil  hinten links frisch gemacht. Nur einen Monat später „schmuste“ sich ein Motorrad an meine rechte Seite und machte mir die Türen kaputt. Aber hey, es ging wieder zu den Wunderpfötchen namens Karosseriebauer und wie meine Besitzerin strahlte, als sie mich im Juli dort abholte, ich werde es nie vergessen. Aufgrund meines heiklen Farbtons in Rot bekam ich eine Rundumlackdusche inklusive Klarlack. Ich strahlte regelrecht zurück und hab mich gefühlt wie ein junges Kind. Was übrigens gut zu den neuen Alufelgen passte, die ich im Mai von meiner Besitzerin geschenkt bekomme habe.

 

2015 war auch ein trauriges und gleichzeitig glückliches Jahr für mich: meine Vorbesitzerin verstarb, aber ich durfte trotzdem nochmal ihre Tochter wiedersehen. Was hat sie sich gefreut, dass es mir so gut ging und ich in so gute Hände gekommen bin. So erfuhr auch meine jetzige Besitzerin, dass ich bereits 2007 so gut wie nicht mehr gefahren wurde, weil der Vorbesitzer gestorben war und seine Frau nicht fahren durfte. Da die Familie aber mich so geliebt hat, fiel eine Trennung schwer, aber sie musste 2012 stattfinden. Und so kam ich eben 2013 zu meiner heutigen Besitzerin…

Kommen wir zu 2016, da wurde ich ein 2. Mal schwer krank. Mein Nervenkostüm spielte nicht mehr mit nach so vielen Jahren und so blieb ich im Februar mit einem kapitalen Elektronikdefekt liegen.

Habe ich erwähnt, dass meine Besitzerin schlau ist? Sie wusste sofort, woran ich kränkelte, leider wurden wir in der Spezialwerkstatt nicht erhört und so dauerte es 2 Monate, bis ich wieder gesund war. Mein Waschdüsenkabelbaum war defekt (meine Besitzerin hat es so vermutet), eine Sicherung war defekt, aber die Werkstatt beharrte darauf, dass es der Motorkabelbaum ist. Meine Besitzerin ließ beide Kabelbäume tauschen(war ja nicht mehr der Jüngste) und mir geht es seitdem wieder richtig gut und bin inzwischen ein 200.000 km Auto, aber noch lange nicht am Ende.

Inzwischen muss ich auch nicht mehr in irgendwelche Werkstätten, sondern lass es mir in der Werkstatt vom Stammtisch gutgehen. Mir geht es besser denn je, ich bin in liebevolle und fürsorgliche Hände gekommen, die sich nicht zu schade sind, auch selbst tätig zu werden und meine Räder oder das Öl zu wechseln. Ich weiß, die junge Dame hatte am Anfang große Bedenken, ein Mercedes ist doch teuer und dann bin ich noch ein großes Auto, aber wir sind zusammen gewachsen und ich wünsche mir, dass ich bei ihr alt werden darf (sie will auch gar kein anderes, neueres Auto).

2017 hat nun begonnen, ich habe wieder einen Schaden abbekommen hinten rechts, durfte wieder zu meinen Wunderpfötchen, aber ansonsten war es bisher ein ruhiges Jahr. Ich werde fast jeden Tag gefahren und das ist genau mein Ding… ich bin gespannt, was wir noch für gemeinsame Erlebnisse haben.

Hubert`s return

Nach vierzehntägiger Standzeit war gestern der Tag der Abholung aus der Werkstatt. Was war passiert?

Ich kaufte Hubert mit alten abgefahrenen Reifen. Die erste Maßnahme war, neue Reifen aufziehen zu lassen. Da mein Garagist im Urlaub verweilte, suchte ich den KFZ Meisterbetrieb Bohnert in Panketal auf. Herr Bohnert merkte, dass es sich bei Hubert um ein Liebhaberfahrzeug handelte und bot an, einen kurzen Überblick des Untergrundes von Hubert zu geben.

Es zeigte sich, dass eine Federaufnahme stellenweise durchgerostet war, die Stoßdämpfer ölten, die Bremsschläuche porös und die Domlager rissig waren  sowie das Innenleben des Mittelschalldämpfers lose war. Also wurde ein Nachfolgeauftrag generiert und ein Termin  vereinbart. Gestern war der Tag der Fertigstellung.

Fazit: Hubert fährt auf Neuwagenniveau 🙂

Als nächstes ist der Innenraum dran.

Gestatten “Hubert”

Beim zweiten Besuch des MVC, wurde mir ein Youngtimer der Baureihe C124 230CE angeboten. Der lag jetzt nicht so im Beuteschema, aber die Farbe Bornit mit Karostoff schwarz, ließen mich schwach werden.
Kurzerhand wurde ein Termin gefunden das Fahrzeug zu besichtigen.
Da stand er nun, er war der Dailydriver der Gattin des Vorbesitzers. Gut im Lack stehend mit ein paar Teillackierungen, die Saccoplanken fein, Sitze Top in Schuß. Für ein 25 Jahrealtes Auto, keine Selbstverständlichkeit.
Schnell wurden wir uns einig. Mit meiner Gattin frozelte ich am Frühstückstisch über einen Namen für die Neuanschaffung. Der Vorbesitzer heißt Hubert, so blieben wir bei Hubert.
Ein 25 Jahre altes Fahrzeug hat natürlich seine Schwächen oder auch Gebrechen.
Das ist der Innenraum, Nichtraucher, aber an sämtlichen Holzzierteilen ist der Klarlack gerissen. Die Lautsprecher schnarren ein Blaupunkt Radio, war verbaut mit gräßlicher Installation. Einer der Vorbesitzer, fand scheinbar Aufkleber schön, Kleberspuren sind auf der Mittelkonsole, Dashboard und Türpanele.
Heute wurden ihm neue Reifen spendiert, so konnte ich einen Blick unter ihm bekommen. Da zeigte sich das eine Federaufnahme an der Vorderachse an Durchrostung aufweist. Also Termin vereinbart, so kann man nicht mehr fahren!
In dem Zusammenhang werden die Stoßdämpfer, Bremschläuche, Domlager und der Mittelschalldämpfer gewechselt.
Ich hoffe das bleibt so, dann ist es überschaubar.

Impressionen vom Tag der Abholung: