Schraube locker

Manchmal hat man ja eine fixe Vorstellung, wie so ein Young- oder Oldtimer aussehen muß. Getrieben wird Mann dann wahrscheinlich von einer traumatischen Erfahrung, einem Bild im Geiste, wie das Auto vor x Jahren aussah und wie es in den Tiefen des Gehirns dann abgespeichert wurde.

Der W140 ist als Baujahr 1993 ein Vormopf (DaimlerDeutschDolmetsch: VorModellPflege), d.h. es gab Ihn eigentlich mit Radkappen oder mit zwei Typen Leichtmetallfelgen:

Ab Mopf gab es auch die Leichtmetallfelgen A1404011002 : Meine Wahl!

Selbst mit wenig Patina (also nicht perfekt, Kratzer oder z.B. aufgeschlagene Gewichte *brrrr*) waren diese aktuell bei diversen Internetportalen nicht unter 500€ zu bekommen. Also entschied ich mir für die Kernsanierung und kaufte völlig vergammelte, da diese sowieso in die Aufbereitung gehen:

Also 3,2,1 meins und dann los zur MF-Felgenveredelung …  das dauerte auch etwas, aber das Ergebnis ist beeindruckend:

Dann einen Nabendeckel mit Chrom als Geschenk vom Herrenfahrer drauf … sehr schön!

Dazu passend gehören Radschrauben mit Edelstahlkappen. Flugs ins EPC und die Teilenummer rausgesucht (A140 400 01 70) und los geht’s … Denkste!

Die Radschrauben aus dem EPC und auch auch die OE Teile von FEBI Bilstein (01849) sind 85mm lang. Auf die Felgen müssen aber Schrauben mit 65 oder 67mm Länge. Und die gibt es nicht mehr neu zu kaufen! 😐

Also wieder ins Internet und gesucht: Für gebrauchte Schrauben mit Patina und Rost werden Preise jenseits der 100€ aufgerufen. Und die 85mm Schrauben hatte ich schon da (Übrigens: Bei Mercedes kosten die ohne Rabatt  derzeit ~150€, von FEBI im Teilehandel rund 60€).

Die Lösung: Abschneiden und umbauen!

1) Kürzen

Anzeichnen (auf 15mm Rest), Abschneiden (Flex), planscheifen und anmalen (hier Hammerite).

 

2) Rauspopeln der Edelstahlkappe

Um die Edelstahlkappe rauszukriegen, einen Längsschnitt mit der Flex machen. Dabei vorsichtig soweit wie möglich reingehen. Anschließend einspannen und mit ein paar Schlägen mit dem Fäustel austreiben.  Wichtig: Ohne Längsschnitt keine Chance, die Kappen sind bombenfest. Alternativ kann man nach dem Längsschnitt auch die Kappe etwas aufhebeln.

3) Zusammenfügen

Anschließend die Kappe mit einer Stecknuss wieder reinprügeln.

 

4) Polieren

Mit Hilfe einer Proxxon (Dank an den Herrenfahrer für die freundliche Leihgabe) alle Köpfe auf Hochglanz bringen.

 

5) Finale

Dazu kamen noch Metallventile und ein bisschen Gebrauchtwagenwichse auf die Reifen. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden 🙂

Nerz innen

Heute war ein toller Tag (dazu in ein paar Tagen mehr :-)). Ich habe heute unter anderem gemeinsam mit dem Herrenfahrer die Stahlfelgen abgeholt. Jetzt wollen wir ja auch nicht aus der Aufarbeitung von ein paar Stahlfelgen einen Staatsakt machen, aber die Entscheidung für eine Pulverbeschichtung sorgte ja schon vorab für Diskussionen, daher hier die Aspekte bzw. Bedenken:

  • Die Originalfelgen wurden damals tauchlackiert und nicht pulverbeschichtet
  • Der Farbton damals war schwarz seidenmatt.
  • Der Pulverlack platzt beim Anziehen der Radschrauben. Ebenso platzt die Beschichtung auf der Felgenrückseite beim Anziehen des Rades und Rost unterwandert die Beschichtung.
  • Der Pulverlack ist dicker und überdeckt damit die Teilenummer und Prägestempel sind nicht mehr sichtbar

Unsere Meinung:

  • Eine Pulverbeschichtung ist deutlich widerstandsfähiger und damit besser als eine Lackierung. Daher pulvern und nicht lackieren.
  • Der Farbton ist frei wählbar und man hätte auch seidenmatt wählen können, ich fand und finde aber den Hochglanzeffekt recht schön. Wir hatten am 16. Mai in Paaren/Glien eine solche Aufbereitung an einem blauen 123er gesehen und fanden das Ergebnis gut. Es ist aber richtig, der Originalfarbton wäre seidenmatt gewesen (da hat Sebastian Koch recht), aber es kommt sowieso wieder eine Chromkappe drauf 🙂 … dazu berichten wir noch, wir das kratzfrei umsetzen.
  • Wenn man den Pulverlack auf die Radschraubenaufnahme (Kegelbund) aufbringt, platzt natürlich der Lack ab. Diese müssen daher beim Beschichten abgeklebt werden (siehe ff. Bilder). Dasselbe gilt für die Radaufnahme auf der Rückseite. Im Bild unten ist gut zu sehen, dass diese nur gereinigt und grundiert, aber nicht beschichtet ist. Darauf ist natürlich zu achten!
  • Der Pulverlack und damit die Beschichtung sind natürlich dicker, die Prägestempel und Teilenummer sind jedoch trotzdem gut zu lesen und zu erkennen. Es hat ein bisschen einen Fillereffekt, wie bei einer Grundierung, jedoch nicht gravierend, Vergleich siehe Bilder.