Es ist irgendwann Zeit, auch Dinge zu überdenken. So kommt man auf das Thema Elektromobilität. Ich hatte mich schon seit 2014 immer mal wieder mit Solaranlagen beschäftigt und kam nie auf eine Amortisation unter 12-15 Jahren. Selbst 2023 stellte es sich noch so dar, dass die Investitionskosten erst nach ca. 10 Jahren wieder drin gewesen wären. Nun haben wir 2026 und es gab in den letzten 2 Jahren einen Preisverfall vor allem bei Wechselrichter. Es kam nun ein Angebot mit staatlichen Zuschüssen dazu und plötzlich liegt man in einem Bereich von unter 7 Jahren ROI (bei Garantie der Komponenten von 10 Jahren). Der ganze Ortsnahverkehr (<100km) kann bei uns gut mit einem E-Auto abgedeckt werden. Und meine Tochter darf nun in Schweden einen A-Traktor (EPA) fahren: Wir brauchen also ein weiteres Auto!
Die Wahl ist auf ein preiswertes und bewährtes Fahrzeug gefallen: Der/Die Renault Zoé! Der war ja schon mal im Gespräch hier.
Gründe/Rechtfertigung:
- Nicht zu viel Geld in die Hand nehmen, die Entwicklung ist derzeit sehr schnell, in 5 Jahren ist das sehr wahrscheinlich vollkommen veraltet.
- Reichweite: 380km (52kWh Akku)
- Wärmepumpe
- Voll-LED-Scheinwerfer
- Lenkradwärme & Sitzwärme
- Tempomat
- Apple CarPlay / Android Auto
- Diagnose-Software ist kostenlos (Open-Source DDT4ALL, dazu gibt es noch einen eigenen Beitrag)
- Komfortabel
- Platz für 4 Personen
- Sparsam
- Bewährte Technik und Stückzahlen: 420.000 Stück bis 2024, Komponenten aus dem Renault-Baukasten
- Günstige Servicekosten: Alle 6 Jahre Kühlmittelwechsel (ca. 350€), Connected Services Abo 40€/Jahr, normaler Service rund 250€/Jahr (kann Mann/Frau auch selber machen)
Nachteile:
- Dämmung mäßig (siehe unten)
- Keine AHK möglich ☹
- „Crashsicherheit“, Kontrovers diskutiert, daher ab 2022 Antikollisions-Warner in Serie
- Ich habe ein Exemplar gekauft, dass kein 50kW CCS Laden kann (von 10 auf 100 in 1h). Da wir aber das Auto immer zu Hause laden (AC) ist das nicht notwendig. Man kann so aber nicht unterwegs schnell laden, man müsste eine 22kW AC Ladestation nehmen (von 10% auf 100% in ca. 3h). Es bleibt also ein Auto für den Ortsnahverkehr. Mehr soll es auch nicht sein, es gibt ja auch noch einen langstreckentauglichen Diesel.
Verbrauch
Beim Verbrauch muss man unterscheiden zwischen Verbrauch mit und ohne Ladeverlusten. Herausgekommen sind:
| Ladestrom | Fahrzeugverbrauch | Mit Ladeverlust |
| 11kW AC | 13,3kW | 14,7kW |
| 6kW AC | 13,3kW | 16,6kW |
Das bedeutet, dass man mit mindestens 11kW AC laden sollte, sonst steigen die Ladeverluste. Weiterhin sollte man den Akku nur max. 95% laden, darüber steigen die Ladeverluste ebenfalls an. Den Verbrauch von 13,3kW habe ich in der Praxis im Sommer auf 12,7kW reduzieren können. Damit ist dieses Fahrzeug aus meiner Sicht sehr sparsam im Vergleich. Bedeutet dies doch selbst bei einem kW-Preis von 0,40€ einen Preis von 5,85€ für 100km. Das ist deutlich günstiger als ein Verbrenner. Lädt man das Fahrzeug noch an seiner eigenen Solaranlage ist der Preis 0€. Wir haben seit Juni 2026 mit der Zoé rund 5000km zurückgelegt und haben überwiegend solare Energie getankt. Durch eine eigene Energiemanagement Steuerung „tanken“ wir die Zoe, wenn der Strom günstig ist (so ähnlich wie Tibber).
Dämmung
Die Zoé (Phase II) gibt es in 2 verschiedenen Ausstattungsvarianten. Diese heißen je nach Exportmarkt unterschiedlich. Hier in Schweden heißt die Basisversion Zen, in Deutschland Intense. Für die Phase I gab es Türdämmungen, diese hat man in der Phase II gespart. Beim ersten Fahren hat sich herausgestellt, dass die Abrollgeräusche doch recht laut sind, also rücken wir der Blechtrommel mit Schwerlastbutyl zu Leibe. Klappernde Kennzeichenhalter wurde auch richtig befestigt. Danach ist es schon besser.
Weiterhin gibt es knarzende Türfangbänder. Nach einem YT Video vom Kollega bohrt man diese auf und schüttet Sie voll fett . Dann ist das weg 🙂




